Die Verantwortlichen der Chicago Avenue Church waren sehr besorgt darüber, dass es in den Versammlungen nicht mehr Überzeugung von Sünde gab. Sie hielten mehrere Gebetstreffen ab, damit Gott seinen Heiligen Geist in mächtiger überzeugender Kraft senden möge. Nicht lange danach, an einem Sonntagabend, während ich predigte, bemerkte ich einen Mann in der vorderen Reihe der Galerie zu meiner Linken, der sich nach vorne lehnte und sehr aufmerksam zuhörte. Ein großer Diamant blitzte auf seiner Hemdfront, und er machte den Eindruck eines Lebemannes. Er stellte sich als ein reisender Mann heraus, der aber auch ein ausschweifendes Leben führte. Mitten in meiner Predigt, ohne die Absicht, zu diesem Zeitpunkt einen Aufruf zu machen, sondern einfach um einen Punkt deutlich zu machen, sagte ich: „Wer wird heute Abend Jesus Christus annehmen?“ Kaum hatte ich die Worte ausgesprochen, sprang dieser Mann auf und rief, so dass es durch die Kirche hallte wie ein Pistolenschuss: „Ich werde es tun“, und sank überwältigt von Emotionen in seinen Sitz zurück. Seine Handlung erzeugte eine Sensation im Publikum wie ein elektrischer Schlag. Ich erkannte, dass es nicht die Zeit war, die Predigt zu beenden. Ich war nicht dort, um Predigten zu retten, sondern um Seelen zu retten, und ich gab sofort die Einladung. Ich sagte: „Wer sonst in diesem Gebäude wird hier und jetzt Jesus Christus als seinen persönlichen Retter annehmen?“ Überall in der Kirche begannen Männer und Frauen, jung und alt, aufzustehen, und eine große Anzahl nahm an diesem Abend Jesus Christus an. Unter ihnen war ein alter weißhaariger Oberst, der zu einer sehr wohlhabenden Familie im Osten gehörte, aber völlig dem starken Trank verfallen war. Seine Familie hatte ihn nach Chicago geschickt und in einem Hotel untergebracht, während er sich zu Tode trank, aber in dieser Nacht berührte der Geist Gottes sein Herz.
R. A. TORREY, D.D., Anecdotes and Illustrations