Krankenschwester Margarita, die während des Zweiten Weltkriegs in der amerikanischen Armee diente, pflegte einen verwundeten japanischen Kamikaze, der an der Bombardierung der US-Marinebasis beteiligt war. Dieser Japaner wurde von den Amerikanern gefangen genommen und in einem Militärkrankenhaus behandelt, wo Margarita zu dieser Zeit diente. Im Jahr 1966 kam sie zu einer Veranstaltung auf Hawaii, die dem 25. Jahrestag der Tragödie von Pearl Harbor gewidmet war. Dort traf sie erneut auf ihren Patienten, den Kamikaze. Nun war er Christ. Als Christin zeigte sie ihm, während sie ihn pflegte, Liebe zu ihrem Feind, durch dessen Bombardierung ihre Eltern ums Leben kamen. Der verwundete Kamikaze erholte sich dank ihrer fürsorglichen Pflege von seiner schweren Verletzung und wurde nach dem Krieg nach Japan repatriiert. Dank der menschlichen Behandlung und des Zeugnisses über Christus, den Erlöser, durch diese christliche Krankenschwester, erkannte der Kriegsverbrecher die Liebe Christi und wandte sich dem Herrn zu. Ermutigt durch diese Liebe begann er, seinen Landsleuten eifrig von Christus, dem Erlöser, zu erzählen und wurde ein bekannter Evangelist. Mit Liebe auf Böses und Beleidigungen zu antworten, ist ein Ausdruck der opferbereiten Liebe zum Übeltäter und Beleidiger, die den Sünder und die sündige Welt verwandelt. Auf dieser Grundlage wird die Kirche Christi aufgebaut, das Tor zum himmlischen Königreich. Die Liebe Gottes ist die einzige Kraft, die die Welt noch vor dem endgültigen Untergang bewahrt, und um ein würdiges Leben zu führen, mehr noch, um das Leben in der Ewigkeit im Himmelreich fortzusetzen, muss man die Liebe Gottes erlangen. Dazu ist es notwendig, vor Gott Buße zu tun, seine Sünden zu seinen Füßen zu legen und mit Ihm und in Ihm ein neues Leben zu leben, indem man seinen Willen Seinem heiligen Willen unterordnet. Die Liebe Gottes kann jeder Mensch erlangen, sogar der Feind Gottes. Denn Gott selbst ist Liebe, und den, der zu Ihm kommt, weist Er nicht ab. Mehr noch, Er wendet sich ständig an uns und ruft uns liebevoll: „Kommt zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid, und ich werde euch Ruhe geben.“ (Mt 11,28)
Nikolai Tankin, in: Nashi Dni Nr. 1999, 11. November 2006