Es ist heute kaum zu glauben, aber die Kartoffel war einst ein äußerst unbeliebtes Nahrungsmittel. Als sie von Sir Walter Raleigh erstmals nach England gebracht wurde, druckten Zeitungen Leitartikel dagegen, Prediger hielten Predigten dagegen, und die breite Öffentlichkeit wollte sie nicht anrühren. Man glaubte, sie würde den Boden, in dem sie gepflanzt wurde, unfruchtbar machen und allerlei seltsame Krankheiten verursachen, sogar den Tod.
Es gab jedoch einige mutige Männer, die der gegen sie geschürten Propaganda nicht glaubten. Sie sahen in ihr eine Antwort auf die Hungersnot unter den ärmeren Schichten und ein gesundes und nützliches Nahrungsmittel. Dennoch konnten diese wenigen Edelleute in England ihre Pächter nicht dazu bewegen, die Kartoffel anzubauen. Es dauerte Jahre, bis die negative Berichterstattung überwunden war und die Kartoffel populär wurde.
Ein Franzose namens Parmentier verfolgte einen anderen Ansatz. Er war Kriegsgefangener in England, als er erstmals von der neuen Pflanze hörte. Seine Mitgefangenen protestierten gegen die Zumutung, Kartoffeln essen zu müssen. Parmentier hingegen erkundigte sich nach den Anbaumethoden und der Zubereitung des neuen Nahrungsmittels. Nach seiner Rückkehr nach Frankreich erhielt er vom Kaiser eine Versuchsfarm, auf der er Kartoffeln pflanzte. Als es Zeit war, sie zu ernten, engagierte er auf eigene Kosten einige Soldaten, die tagsüber alle Seiten seines berühmten Kartoffelfeldes bewachten.
In der Zwischenzeit führte er angesehene Gäste durch die Felder und grub hier und da ein paar Knollen aus, die sie mit offensichtlichem Genuss verzehrten. Nachts begann er, die Wachen abzuziehen. Einige Tage später eilte einer der Wachen zu Parmentier mit der traurigen Nachricht, dass Bauern nachts in das Kartoffelfeld eingebrochen waren und den Großteil der Ernte ausgegraben hatten.
Parmentier war überglücklich, sehr zur Überraschung seines Informanten, und rief aus: "Wenn die Leute stehlen, um Kartoffeln zu bekommen, ist ihre Beliebtheit gesichert."
Bits & Pieces, January 9, 1992, pp. 13, 14, 15
Quelle: https://www.sermonsearch.com/sermon-illustrations/650/the-potato/