Ein ehrliches deutsches Ehepaar in Chicago betrieb einen Saloon auf der Westseite. Es schien ihnen nie in den Sinn gekommen zu sein, dass es etwas Falsches daran geben könnte, einen Saloon zu betreiben. Eines Tages war die Frau ein wenig krank und beklagte sich über den Saloon. Eine Gruppe farbiger Menschen auf der anderen Straßenseite hielt Versammlungen ab und behauptete, dass Gott ihre Gebete erhörte. Der Barkeeper sagte scherzhaft zur Frau des Saloonbesitzers: „Warum gehst du nicht hinüber und lässt die Neger für dich beten?“ Sie antwortete: „Ich glaube, das werde ich tun.“ Sie ging hinüber und sie beteten für sie, und sie wurde nicht nur geheilt, sondern auch dazu geführt, Christus anzunehmen und gerettet zu werden. Sie kam zurück in den Saloon und erzählte, was der Herr für sie getan hatte. Danach ging sie jeden Tag in den Saloon, setzte sich zu den Männern an die Tische und drängte sie, Christus anzunehmen. Der Barkeeper war nun erschrocken und sagte zum Saloonbesitzer: „Du solltest besser aufhören, deine Frau reden zu lassen, sonst ruiniert sie dein Geschäft.“ Er sagte: „Es ist mir egal, wenn sie es tut.“ Bald bekehrte er sich selbst und sie gaben beide das Geschäft auf und wurden aktive, überzeugte Christen und waren jahrelang treue Mitglieder der Chicago Avenue Church.

R. A. TORREY, D.D., Anecdotes and Illustrations