Der Vater ist betrübt – ein Unglück ist geschehen: Der Sohn will für immer das Haus verlassen... – Womit habe ich dich, mein Lieber, beleidigt? Du hast alles im Haus, was du dir wünschst. Doch das Herz des jungen Mannes ist hart wie Stahl und zieht ihn unwiderstehlich in die unbekannte Ferne. – Alles in deinem Haus ist mir zuwider geworden! Ich wünsche mir Freiheit in einem fremden Land! Das ist die bekannte Stimme des verlorenen Sohnes. (Heutzutage ist das oft unser Kummer...) Er glaubt weder den Worten des Vaters noch denen Gottes, bis er selbst die Johannisbrot-Schoten kostet... Der Vater zwang den Sohn nicht: Er drohte nicht mit dem Gürtel, schalt nicht, tadelte nicht. – Tränen und Unglück erwarten dich in der Zukunft... Aber wenn dein Entschluss feststeht – geh! Geh, du wirst in der Fremde Schweine hüten, all das Gute in der Welt zu Staub zerstreuen; Anstelle von hausgemachten Würsten und Kuchen wirst du dort heimlich Schweine-Schoten essen... Und der Wind aus den heimischen Feldern wird dich manchmal an deine Heimat erinnern. Du wirst dich an den Frühling deiner hellen Kindheit erinnern, den Wert des Brotes deines Vaters erkennen... Die Not wird den sündigen Appetit zügeln – die Seele wird zum früheren Frieden fliegen, weg vom Reich der falschen Schatten, von vermeintlichen Freiheiten und wirklichen Schweinen. Der Vater liebt dich, schläft nicht... Er wird dich aufnehmen, er wird dich verstehen und vergeben. Doch heute – geh, vollende deinen Weg, dort warten die Schweine schon lange auf einen Söldner!.. Die Erleuchtung wird kommen, wenn Gott bewahrt, aber die verlorenen Tage wird niemand zurückbringen!
Viktor Borsh, in: Nashi Dni Nr. 1960, 28. Januar 2006