Eine junge Dame vom Bibelinstitut in Chicago begann, jede Familie in einer bestimmten Straße im ärmeren Viertel der Stadt zu besuchen. Eines Tages öffnete sie eine Tür und fand einen Mann, der krank im Bett lag und an Schwindsucht starb. Als sie begann, mit ihm zu sprechen, sagte er ihr schroff, dass er ein Ungläubiger sei und nicht an die Bibel glaube. Sie sprach ein paar Worte und ging. Am nächsten Tag brachte sie ihm ein Glas Gelee, und am darauffolgenden Tag brachte sie ihm eine andere Köstlichkeit und einige Tage später etwas anderes. Sie setzte ihre freundlichen Dienste etwa einen Monat lang fort. An einem Sonntagnachmittag kam sie zu mir, als ich gerade meine Bibelklasse verließ, und sagte: „Da ist ein Ungläubiger, der unten in der Milton Avenue im Sterben liegt. Ich weiß, dass Sie sehr beschäftigt sind, aber könnten Sie nicht ein paar Minuten Zeit nehmen, um ihn zu besuchen?“ „Ja“, antwortete ich, „ich werde jetzt gehen.“ Sie brachte mich zu dem Haus, stellte mich dem Mann vor und ging. Ich setzte mich an sein Bett und fragte, ob ich ihm aus der Bibel vorlesen dürfe. Er antwortete, dass ich es könne. Ich las ihm einen Teil des fünften Kapitels des Römerbriefs vor und verweilte bei den Stellen, die von Gottes Liebe zum Sünder erzählten. Ich las ihm die Stelle vor, wo es heißt, dass Jesus Christus all unsere Sünden in seinem eigenen Leib am Kreuz getragen hat. Dann fragte ich, ob ich beten dürfe. Ich kniete an seinem Bett. Ich fühlte, dass seine Zeit kurz war. Ich bat Gott, ihm die Augen zu öffnen, damit er sehe, dass er ein verlorener Sünder sei, und ihm auch die Augen zu öffnen, damit er sehe, dass Jesus all seine Sünden in seinem eigenen Leib am Kreuz getragen hat, und ihm zu zeigen, dass er Vergebung und Erlösung dort und dann finden könne, indem er einfach auf Jesus vertraue. Als ich das Gebet beendet hatte, begann ich leise zu singen: „So wie ich bin, ohne eine Bitte, nur dass Dein Blut für mich vergossen wurde, und dass Du mich zu Dir rufst —
R. A. TORREY, D.D., Anecdotes and Illustrations