Es gibt eine alte Geschichte über einen Mann, der versuchte, die Stadt Sodom vor der Zerstörung zu retten, indem er die Bürger warnte. Aber die Menschen ignorierten ihn. Eines Tages fragte jemand: "Warum belästigst du alle? Du kannst sie nicht ändern." "Vielleicht kann ich das nicht," antwortete der Mann, "aber ich schreie und rufe, um zu verhindern, dass sie mich ändern!" Lot war ein gerechter Mann (2. Petrus 2,7), der hätte schreien sollen. Der Bericht über sein Leben erinnert uns daran, wie unser moralisches Empfinden durch die Welt abgestumpft werden kann. Lot entschied sich, in Städten zu wohnen, in denen große Bosheit herrschte (1. Mose 13,12-13). Als Sodom von feindlichen Königen überfallen wurde, wurde er gefangen genommen. Selbst nachdem Abraham Lot gerettet hatte, fühlte er sich immer noch zu dieser bösen Stadt hingezogen (1. Mose 19,1). Und das letzte Kapitel seiner Geschichte ist ein Bericht von Herzschmerz und Scham (1. Mose 19). Welch ein Kontrast zwischen diesem Neffen und seinem Onkel! Abraham vertraute Gott, betete für die Gerechten und lebte ein moralisches Leben. Aber Lot war "geplagt von dem schändlichen Verhalten der Gottlosen" (2. Petrus 2,7). Obwohl ihn die Sünde seiner Zeit störte, sagte er anscheinend wenig darüber.
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