Gott sprach zu dem ersten Menschen über den Garten Eden: „All dies gebe Ich dir. Sorge dich um alles, und Ich werde für dich sorgen.“ Anfangs war der neue Gärtner zu beschäftigt, um über seine innere Leere nachzudenken. Gott wusste jedoch, dass es nicht gut war, dass der Mensch allein war. Er ließ den Menschen in einen tiefen Schlaf fallen, nahm eine seiner Rippen, die das Herz schützte, und schuf daraus eine Gehilfin und Freundin, die Frau genannt wurde. Eines der Geschenke, das diesem Paar anvertraut wurde, war der freie Wille. In der Mitte des Gartens pflanzte Gott zwei Bäume. Der eine wurde „Baum des Lebens“ genannt, der andere „Baum der Erkenntnis von Gut und Böse“. Gott sagte: „Von allen Früchten im Garten dürft ihr essen, aber von der Frucht dieses Baumes, wenn ihr davon esst, werdet ihr sterben.“ Die Gärtner nahmen den Rat Gottes an und teilten Sein Glück. Das Leben war schön, und die Erde genoss Frieden und Ruhe. Ein Rebell, der aus der Ferne zusah und einst die Gunst Gottes genossen hatte, beneidete das Glück der Gärtner. Er gab vor, ein Freund zu sein, und sprach mit der Frau. Er fragte sie nach den Regeln der Gartenpflege und der Nutzung seiner Früchte. Er deutete an, dass er eine Seite von Gottes Charakter kenne, die sie nicht kannten, und stellte eine Frage, die ihnen nie in den Sinn gekommen war: Was verbirgt Gott vor ihnen, das sie nicht wissen sollen? Neugier ergriff ihre Vorstellungskraft. Der Genuss der verbotenen Frucht war wie eine Droge, die das Denken veränderte. Mit dem Verlust der Unschuld fühlten die Gärtner plötzlich Angst und Verletzlichkeit. Sie bedeckten ihre Nacktheit mit Feigenblättern und versteckten sich im Gebüsch vor Gott. Als Gott sie fand und rief, gestanden sie ihre Tat, versuchten jedoch, ihr Verhalten zu rechtfertigen, indem sie die Schuld auf andere schoben. Obwohl Gott bereit war, ihnen zu vergeben, sollte sich das Leben der ersten Menschen nach dieser Tat für immer ändern. Negative Gedanken und Neigungen begannen überall aufzutreten, sogar in ihren Kindern. In einem Anfall von Neid tötete der ältere Sohn den jüngeren. Die Samen der Rebellion wuchsen weiter, bis die ganze Erde von Konflikten und Gewalt erfüllt war. Traurig über den Zustand der Welt, die ihren moralischen Kompass verloren hatte, sandte Gott eine Sintflut, die die gesamte Bevölkerung der Erde vernichtete, außer einer kleinen Familie, deren Oberhaupt Ihm treu war. Der Neuanfang schien voller Verheißungen, doch ein ungehorsamer Sohn zeigte erneut, dass die sündige Natur des Menschen unverändert war. Der Feind war im Inneren. Die Samen der Selbstverwaltung füllten die Erde weiterhin mit Leid und Elend. Gott griff erneut ein, aber diesmal erschien Er einem alten kinderlosen Ehepaar und sagte ihnen, dass Er ihnen in ihrem Alter einen Sohn geben würde. Er versprach ihnen, dass Er durch ihre Familie der ganzen Welt Frieden und Glück anbieten würde.
Mart De Haan, in: Nashi Dni Nr. 1973, 29. April 2006