Erweckung ist der Besuch Gottes, der schlafende Christen zum Leben erweckt und ein tiefes Empfinden für Gottes nahe Gegenwart und Heiligkeit wiederherstellt. Daraus entspringt ein lebendiges Sündenbewusstsein und ein tiefes Herzensempfinden in Buße, Lobpreis und Liebe, mit einem evangelistischen Ausfluss. Jede Erweckungsbewegung hat ihre eigenen besonderen Merkmale, aber das Muster ist jedes Mal dasselbe. Zuerst kommt Gott. Am Silvesterabend 1739 hielten John Wesley, George Whitefield und einige ihrer Freunde ein 'Liebesmahl' ab, das zu einer Gebetsnacht wurde, um das neue Jahr zu begrüßen. Gegen 3 Uhr morgens schrieb Wesley: 'Die Kraft Gottes kam mächtig über uns, so sehr, dass viele vor übergroßer Freude weinten und viele zu Boden fielen.' Erweckung beginnt immer mit der Wiederherstellung des Empfindens für die Nähe des Heiligen. Zweitens wird das Evangelium wie nie zuvor geliebt. Das Empfinden für Gottes Nähe schafft ein überwältigendes Bewusstsein für die eigenen Sünden und die Sündhaftigkeit, und so wird die Kraft des reinigenden Blutes Christi sehr geschätzt. Dann vertieft sich die Buße. Bei der Erweckung in Ulster in den 1920er Jahren brachten Werftarbeiter so viele gestohlene Werkzeuge zurück, dass neue Schuppen gebaut werden mussten, um das wiedergefundene Eigentum unterzubringen! Buße führt zu Wiedergutmachung. Schließlich wirkt der Geist schnell: Gottesfurcht vervielfältigt sich, Christen reifen, Bekehrte erscheinen. Paulus war weniger als drei Wochen in Thessalonich, aber Gott wirkte schnell und Paulus hinterließ eine lebendige Gemeinde.
James Packer, Your Father Loves You, Harold Shaw Publishers, 1986, Seite für den 30. Mai