Am Ufer des Meeres liegt ein Felsbrocken, der bis zur Vollkommenheit geschliffen ist. Der weiße Kamm der Welle, auf den Stein zugelaufen, umarmte ihn für einen Augenblick und zog sich dann wieder mit leisem Plätschern ins Meer zurück. Und der Stein schien noch heller zu erstrahlen, wurde noch vollkommener. Der Hammer sah die Arbeit der Welle und wurde neidisch. Er wollte einen Stein meißeln, der dem Küstenfelsen ähnelte. Doch wie sehr er sich auch bemühte, es gelang ihm nicht. Von jedem Schlag des Hammers brach ein Stück ab, und der Stein blieb weiterhin hässlich. – Wie hast du das geschafft, Wasser? – fragte der Hammer verzweifelt. – Ich schlage nicht, ich streichle, – war die Antwort.
Leonid Gurunts, in: Nashi Dni Nr. 1807, 11. Januar 2003