Vor mehreren Jahrhunderten trat in einem kleinen Dorf in Litauen eine seltsame, aber tödliche Seuche auf. Diese Krankheit war merkwürdig, da sie ihre Opfer in einen sehr tiefen, fast todesähnlichen Koma-Zustand versetzte. Die meisten Menschen starben innerhalb von 24 Stunden, aber gelegentlich erholte sich ein zäher Mensch vollständig. Das Problem war, dass die medizinische Technologie des frühen 18. Jahrhunderts nicht sehr fortschrittlich war, sodass es den Gesunden schwerfiel zu erkennen, ob ein Opfer tot oder lebendig war. Dies war jedoch nicht von großer Bedeutung, da die meisten Menschen tatsächlich tot waren. Eines Tages wurde jedoch entdeckt, dass jemand lebendig begraben worden war. Dies alarmierte die Dorfbewohner, und sie riefen eine Versammlung ein, um zu entscheiden, was getan werden sollte, um eine solche Situation in Zukunft zu verhindern. Nach langen Diskussionen einigte sich die Mehrheit auf folgende Lösung: Sie beschlossen, in jedem Sarg neben dem Körper Essen und Wasser zu platzieren. Sie würden sogar ein Luftloch vom Sarg zur Erdoberfläche bohren. Diese Maßnahmen wären teuer, aber sie wären mehr als lohnenswert, wenn sie einige Menschenleben retten könnten. Eine andere Gruppe schlug eine zweite, weniger teure Lösung vor. Sie schlugen vor, einen 30 Zentimeter langen Pflock in jeden Sargdeckel direkt über dem Herzen des Opfers zu implantieren. Dann würden alle Zweifel darüber, ob die Person tot oder lebendig war, beseitigt, sobald der Sargdeckel geschlossen wurde. Was die beiden Lösungen unterschied, waren die Fragen, die zu ihrer Findung führten. Während die erste Gruppe fragte: „Was sollten wir tun, falls wir jemanden lebendig begraben?“, fragte sich die zweite Gruppe: „Wie können wir sicherstellen, dass jeder, den wir begraben, tot ist?“
Roger von Oech, A Whack on the Side of the Head, Warner Books, 1983, S. 25-26