Vor einigen Jahren veröffentlichte die „British Weekly“ einen Leserbrief: „Sehr geehrter Herr: Ich bemerke, dass Prediger großen Wert auf ihre Predigten legen und viel Zeit für deren Vorbereitung aufwenden. Ich besuche seit dreißig Jahren regelmäßig Gottesdienste und habe in dieser Zeit, wenn ich richtig schätze, nicht weniger als 3.000 Predigten gehört. Zu meinem Erstaunen stelle ich fest, dass ich mich an keine einzige erinnern kann. Ich frage mich, ob die Zeit eines Predigers nicht besser für etwas anderes genutzt werden könnte? Mit freundlichen Grüßen…“ Dieser Brief löste wochenlang eine Flut von wütenden Antworten aus. Predigten wurden von Laien und Geistlichen gleichermaßen kritisiert und verteidigt, bis schließlich ein einziger Brief die Debatte beendete: „Sehr geehrter Herr: Ich bin seit dreißig Jahren verheiratet. In dieser Zeit habe ich 32.850 Mahlzeiten gegessen – meist von meiner Frau gekocht. Plötzlich habe ich festgestellt, dass ich mich an kein einziges Menü erinnern kann. Und doch habe ich von jeder einzelnen Nahrung erhalten. Ich habe den deutlichen Eindruck, dass ich ohne sie längst verhungert wäre. Mit freundlichen Grüßen…“
James D. Berkley, ed., Preaching to Convince
Quelle: https://www.preaching.com/sermon-illustrations/preaching-enjoined/