Als die Weehawken-Fähre eines Morgens die Jersey-Seite erreichte, sah der Kapitän einen Mann auf einem umgestürzten Boot, der schnell den Fluss hinuntertrieb. Er ließ die Motoren rückwärts laufen, und als die Fähre sich bis auf fünfzig Fuß dem gekenterten Boot näherte, waren die Schreie des schiffbrüchigen Mannes, „Hilfe! Retter!“, deutlich zu hören. Ein Decksmann ergriff einen Rettungsring, an dem ein Seil befestigt war, und warf ihn dem Mann in Not zu. Das Seil fiel über die Schulter des Mannes, aber er machte keinen Versuch, es zu ergreifen. Dann band der Decksmann das Ende des Seils um seinen eigenen Körper und sprang in die eisige Flut, um zu dem umgestürzten Boot zu schwimmen. Als er sich nur noch wenige Fuß vom Ruderboot entfernt befand, kam er ans Ende des Seils und wagte es nicht, sich davon zu lösen. Er konnte kaum die Kleidung des Mannes berühren, konnte ihn aber nicht mit genügend Kraft packen, um ihn mit zurück zur Fähre zu nehmen. Er rief: „Um Gottes willen, spring! Ich fange dich.“ Aber der Mann blieb regungslos auf dem Boot und stöhnte nur. Vom kalten Wasser und der Erschöpfung überwältigt, war der Decksmann gezwungen, zu seinem eigenen Boot zurückzukehren. Dann wurde ein weiteres Seil geworfen, das sich um den Mann auf dem Wrack wickelte, und diesmal ergriff er es mit scheinbarer Absicht, gerettet zu werden. Mit aller Kraft zog die Besatzung an dem Seil, aber bevor er in Reichweite kam, ließ er das Seil los und sank für immer aus dem Blickfeld. Wie wahr ist dieses traurige Bild, das das Schicksal vieler illustriert, die durch ihre Sünden Schiffbruch erleiden und unweigerlich dem Untergang entgegen treiben! Obwohl die Rettungsleine in ihre Reichweite geworfen wird, haben ihre Sünden ihre Fähigkeit zu wählen so betäubt, dass sie sie nicht ergreifen, oder, wenn sie es tun, sie wieder aus ihren kraftlosen Fingern fallen lassen. Der eigene Wille eines Menschen ist die bestimmende Kraft im Heil. Nichts kann dem im Wege stehen, der wirklich Christus wählt. „Und der Geist und die Braut sagen: Komm! Und wer es hört, der spreche: Komm! Und wer da dürstet, der komme; und wer da will, der nehme das Wasser des Lebens umsonst“ (Offenbarung 22,17).
Quelle unbekannt