„Zwei Frauen“, sagte er, „sind von dem befallen, was der Arzt hofft, nur Masern sind. Sie müssen isoliert werden, mit einer Stewardess, die sich um sie kümmert. Ich habe Sie ausgewählt. Holen Sie, was nötig ist, und kommen Sie sofort.“ „Muss ich gehen?“, zögerte Jean. „Sie sind ledig, und die anderen Frauen haben Kinder, die von ihnen abhängig sind. Die Krankheit könnte bösartig sein.“ Der Mann zögerte, sie anblickend. „Ich kann Sie nicht zwingen, es zu tun“, sagte er sanft; „aber jemand muss gehen.“ Jean stand eine Minute still. Sie sah die alte Mutter an der Tür des kleinen Häuschens. So viele Jahre hatte sie für sie gearbeitet. „Ja, ich werde gehen“, sagte sie leise. Wenige Minuten später betrat sie den Krankensaal, ein Bündel tragend, und die schwere Eichentür schloss sich hinter ihr. Die Tatsache, dass die beiden Patienten isoliert waren, wurde auf dem Schiff geheim gehalten, um die Passagiere nicht zu beunruhigen. Sie erholten sich ausreichend, bevor das Schiff den Hafen erreichte, sodass sie der Quarantäne entkommen konnte. „Es gab keine anderen Patienten?“, fragte der untersuchende Arzt. „Nur eine“, antwortete der Kapitän; „ihre Krankenschwester. Sie war nicht stark und erlag sofort.“ „Sie haben Glück; ich kann Sie durchlassen.“ Tage bevor das Schiff den Hafen erreichte, wurde eines Abends ein schlichter Holzkasten an Deck gebracht und nach einem kurzen, hastigen Gottesdienst ins Meer gelassen. „Wer ist tot?“, fragte ein erschrockener Passagier. „Nur eine der Stewardessen“, war die Antwort. Das Herz bricht bei dieser einfachen Geschichte, und doch ist sie nur ein schwacher Hinweis auf das wunderbare Opfer, das Jesus Christus am Kreuz für uns gebracht hat. Die edle kleine schottische Stewardess hatte die Chance, der Krankheit zu entkommen, und es waren ihre Schwestern, für die sie ihr Leben riskierte. Aber Jesus Christus legte alle Herrlichkeit des Himmels beiseite und kam in den Krankensaal unserer armen, sündenkranken Welt und starb an unserer Stelle. Es scheint seltsam, dass es ein menschliches Herz gibt, das so hart ist, dass es beim Anblick des Kreuzes nicht schmilzt.
Quelle unbekannt